(Aus der Zeit), Harald Friedl / D, 2006
German / Czech subtitles, 80 min
Ein Knopfladen, ein Lederwarengeschäft, eine Drogerie und eine Fleischerei - kleine Inseln der Kuriosität und Zeitlosigkeit zwischen immer gleichen Shoppingcentern und Einzelhandelsketten. Aus der Zeit gefallen, das scheinen diese vier alten Wiener Traditionsgeschäfte und irgendwie auch deren Besitzer zu sein, die Harald Friedl in seinem Dokumentarfilm porträtiert. Seine ruhige Kamera hört den Ladenbetreibern zu. Sie gibt ihnen viel Raum in Erinnerungen zu schwelgen, über die Bedeutung von Zeit, Vergänglichkeit und den Umgang mit Waren und der Kundschaft zu philosophieren und zugleich ihr eng mit der Arbeit verknüpftes Leben zu reflektieren. Viele der geäußerten Gedanken muten an wie Selbstgespräche, so wenig präsent ist die Kamera. Der Film ist jedoch auch ein Abschiednehmen - drei der vier Geschäfte werden am Ende des Films bereits von ihren Betreibern aufgegeben worden sein.
Harald Friedls Streifen beschäftigt sich mit der Konsumkultur als einer Fassette des postmodernen Stadtlebens, die kleinen Einzelhandelsgeschäften immer weniger Überlebensmöglichkeiten bietet. Aus der Zeit wurde im Jahr 2007 auf dem Pariser Festival „Cinema du Reel“ mit dem „Prix de Jeunes“ ausgezeichnet.
A butcher shop, a drug store, a store with buttons, and a leather haberdashery – four refuges of rarity and timeless existence among the never-changing shopping malls. These four traditional Viennese stores together with their peculiar owners who seem to be out of time are the focus of Harald Friedl’s documentary. He patiently listens to their stories, he lets them talk about their memories, and ponder the passing of time, the transience of goods and customers, and at the same time he gives them enough space to reflect upon their lives which are closely connected to their work. Their thoughts often give the impression of a soliloquy, because of the almost invisible camera. The film is unfortunately also a farewell to a period of time gone forever – three out of the four stores do not exist anymore, because their owners had to give the places up. Harald Friedl’s documentary focuses on consumerist culture as one of the facets of a postmodern urban life which oppresses and gradually destroys small shops and their unique atmosphere.
